Gegen Diskriminierung – für Toleranz und Respekt

Regional


Mit der Einweihung des „Karl-Heinrich-Ulrichs-Platzes“ und weiteren Aktionen begeht Frankfurt den „Internationalen Tag gegen Homophobie“

Frankfurt gilt als Stadt der Vielfalt. Hier wird sexuelle Vielfalt, Toleranz und Respekt großgeschrieben. Mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen beteiligt sich Frankfurt am kommenden Sonntag zum „Internationalen Tag gegen Homophobie“, der jährlich am 17. Mai gefeiert wird. Höhepunkt ist die Einweihung des „Karl-Heinrich-Ulrichs-Platzes“.

Um 10 Uhr erfolgt eine stille Kranzniederlegung am Mahnmal Homosexuellenverfolgung am Klaus-Mann-Platz, einer Engelsfigur, die die Künstlerin Rosemarie Trockel 1994 geschaffen hat. Die Kranzniederlegung findet seit 2014 auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung statt, um auf die schwul-lesbische Geschichte der Stadt hinzuweisen und diese stärker sichtbar zu machen.

In diesem Jahr wird am 17. Mai einem Vorkämpfer der Homosexuellenbewegung, Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895), der mehrere Jahre in Frankfurt lebte und wirkte, besondere Aufmerksamkeit zuteil: Um 11 Uhr wird ein Platz an der Weißadlergasse in Anwesenheit des Bürgermeisters Olaf Cunitz, Ortsvorsteherin Eva Triantafillidou und Stadtrat Christian Setzepfand nach Karl Heinrich Ulrichs benannt. Der Platz befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Freien Deutschen Hochstift, wo sich Ulrichs ab 1860 als Mitglied engagierte. Da er sich frei und offensiv zu seiner Homosexualität bekannte – zu jener Zeit so undenkbar wie gefährlich – schloss ihn das Hochstift 1864 als Mitglied aus.

Für Interessierte gibt es im Anschluss an die Einweihung des Platzes eine Einführung in die Sonderausstellung „Ausschluss eines Schwulen“ des Freien Deutschen Hochstifts. Die Ausstellung zeigt neben dem politischen Programm Karl Heinrich Ulrichs auch jene Schriftstücke, die seinen Ausschluss aus dem Hochstift dokumentieren. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 25. Mai.

Bei der Flashmobaktion “A day in hand“ um 15 Uhr an der Hauptwache wird gemeinsam ein deutliches visuelles Zeichen gegen Homophobie gesetzt. Jeder ist eingeladen mitzumachen und mit einer Person gleichen Geschlechts Händchen zu halten. Die Aktion findet weltweit statt; seit 2010 auch in Frankfurt.

Um 17 Uhr lädt das Lesbisch-Schwule Kulturhaus Frankfurt in der Klingerstraße 6 zu einer Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion ein. Gezeigt wird die Dokumentation „Die Schwulenheiler“. Im Anschluss daran kann unter anderem mit dem Autor des Films, Christian Deker, diskutiert werden. Themen sind die Folgen von Therapien, die Homosexualität „behandeln“ und welche Position die Kirche hierbei bezieht.

Der „Internationale Tag gegen Homophobie“, kurz IDAHO (“International Day against Homophobia and Transphobia“) findet seit 2005 jährlich statt mit dem Ziel, zu mehr Toleranz und Respekt für Homosexuelle aufzufordern sowie auf Diskriminierung aufmerksam zu machen. In Frankfurt hat sich dieser Aktionstag fest etabliert, um mit einem vielfältigen Programm ein Zeichen für sexuelle Vielfalt und gegen Intoleranz zu setzen.