Ein neues Wohnhochhaus im Europaviertel


KSP Jürgen Engel ist Sieger des Architektenwettbewerbs zur Bebauung des Baufelds 26 Nord im Europaviertel
Der Architektenwettbewerb für ein neues Wohnhochhaus auf dem Baufeld 26 Nord im Europaviertel wurde mit der Preisgerichtssitzung vom 21. April 2015 erfolgreich abgeschlossen. Es wurden drei Preisträger ausgewählt. Das Baufeld 26 Nord befindet sich im Süden des Abschnitts „Boulevard Mitte“ im Europaviertel und stellt somit das Bindeglied zu den Bestandsbauten zwischen Mainzer Landstraße und Idsteiner Straße sowie dem Neubaugebiet Europaviertel dar. Im Rahmen eines einphasigen, nichtoffenen Realisierungswettbewerbs haben sechs Büros die Aufgabe bearbeitet. Die Ausstellung aller eingereichten Arbeiten ist ab sofort bis zum 27. Mai 2015 im Atrium des Frankfurter Planungsdezernates zu sehen.

„Mit dem Entwurf von KSP Jürgen Engel Architekten wurde uns ein gelungener Beitrag zur Wohnraumentwicklung im Europaviertel vorgelegt“, freut sich Bürgermeister Olaf Cunitz. „Hier können nun weitere rund 180 Wohneinheiten entstehen und mit einem breiten Spektrum an Wohnungstypen und -größen das bestehende Angebot ergänzen.“ Der Bauherr zeigt sich über die Entwürfe der Wettbewerbsteilnehmer begeistert. „Die anspruchsvollen Anforderungen der Aufgabenstellung, eine architektonisch ansprechende und wirtschaftliche Entwurfslösung unter Berücksichtigung der Vorgaben des Planungsrechts zu entwickeln, wurde durch jeden Teilnehmer individuell mit unterschiedlichen Schwerpunkten gelöst.“, stellt der Leiter Bautechnik Erik Boska von noctua real estate fest. „Bei dem Siegerentwurf von KSP Jürgen Engel Architekten erkennen wir eine optimale Umsetzung der Vorgaben.“

Die Preisträger des Wettbewerbs wurden durch das Preisgericht einstimmig in folgender Reihenfolge festgelegt:
1. Preis: KSP Jürgen Engel Architekten GmbH, Frankfurt am Main
2. Preis: HPP Hentrich–Petschnigg & Partner GmbH + Co. KG, Düsseldorf
3. Preis: B & V Braun Canton Volleth Architekten GmbH, Frankfurt am Main

Der Entwurf von KSP Jürgen Engel Architekten konnte durch seine harmonische Verbindung von Sockelgebäude und Wohnhochhaus überzeugen. Auf diese Weise wird ein ausdrucksstarkes Gesamtensemble geschaffen, welches sich in die Bestandsbebauung integriert und zugleich als markanter Hochpunkt in Erscheinung tritt. Während die Sockelbebauung C-förmig einen zentralen Garten umrahmt, entwickelt sich das circa 60 Meter hohe Wohnhochhaus mit 19 Obergeschossen in die Höhe und staffelt sich dabei in Richtung Westen in mehreren Stufen zurück. Der Entwurf sieht auf einer Wohnfläche von rund 14.300 Quadratmetern insgesamt rund 180 Wohnungen mit offen gestalteten Wohngrundrissen vor.

Das Erscheinungsbild des Wohn-Ensembles wird durch eine helle, gleichmäßig gegliederte Fassade geprägt. Hochwertige und robuste Materialien tragen zu einer modernen, zeitlosen Fassadengestaltung bei. Hierzu zählen sowohl die hellen Weißbeton-Fassadenelemente, große Fensteröffnungen mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung und transparente Glasbrüstungen als auch geschlossene Fassadenelemente, welche als Aluminiumpaneele in einem warmen Bronze-Goldton ausgeführt werden sollen.

Die Qualität des Entwurfs zeigt sich insbesondere in der hohen Flexibilität, Offenheit und Modularität der Wohnungen, die eine zeitgemäße Mischung der unterschiedlichen Wohnungstypen vorsehen. Der Wohnungsmix sieht ein breites Spektrum an Wohnungsgrößen und -typen vor.

Die Baufeld 26 Nord Projektgesellschaft mbH, ein Konsortium aus dem Frankfurter Unternehmen noctua real estate GmbH und dem Wiener Unternehmen 6B47 Real Estate Investors AG, hatte einen einphasigen, nichtoffenen Realisierungswettbewerb gemäß den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2013) ausgelobt. Die teilnehmenden sechs Büros wurden in Abstimmung mit der Stadt Frankfurt und dem Auslober ausgesucht und eingeladen.

Die Wettbewerbsaufgabe sah vor, ein Wohnhochhaus mit einer Gebäudehöhe von 60 Metern und zwei Untergeschossen für PKW-Stellplätze zu entwerfen. Neben den produkttypischen Anforderungen eines Wohnhochhauses hatte der Auslober eine modulare Bauweise, also eine bedarfsgerechte Anpassung der Wohnungsgrundrisse, von den Teilnehmern abgefragt.

Das Preisgericht tagte unter dem Vorsitz von Prof. Zvonko Turkali und seinem Stellvertreter Prof. Markus Neppel geleitet. Zusätzlich setzte sich das Preisgericht aus Vertretern der Stadt Frankfurt, dem Auslober sowie einem Vertreter des Grundstücksentwicklers zusammen. Ebenso waren Vertreter der politischen Fraktionen anwesend. Durch das breit aufgestellte Expertengremium wurden somit während der Preisgerichtssitzung wirtschaftliche und architektonische Ziele sowie die Interessen der Frankfurter Bürger vertreten.
Der Baubeginn und die Vermarktung der entstehenden Eigentumswohnungen sollen in einem Jahr starten. Besucht werden, kann die Ausstellung aller eingereichter Arbeiten bis zum 27. Mai 2015 von Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr, im Atrium des Planungsdezernates, Kurt-Schumacher-Straße 10.